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Geschichte der Wellpappe

Die Wellpappen-Faltschachtel ist heute die am häufigsten verwendete Transportverpackung. Dies wird ihr Erfinder, der Amerikaner L. Jones, Ende des vergangenen Jahrhunderts wohl kaum vorausgesehen haben. Aus einer Patentschrift vom 19. Dezember 1871 geht hervor, daß er auf verblüffend einfache Weise ein leichtes, aber trotzdem enorm festes Packmaterial herstellen konnte: Er klebte einfach eine Lage gewelltes zwischen zwei Bögen glattes Papier und konstruierte so eine stabile Leichtbaukonstruktion aus Papier - nach dem Vorbild klassischer Rundbögen, wie sie in der Architektur schon über Jahrhunderte hinweg als tragende Elemente eingesetzt worden waren. 

In Deutschland entstanden die ersten Wellpappefabriken erst Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts. Heute werden bei uns jedes Jahr rund 8 Milliarden Quadratmeter Wellpappe hergestellt, die dann zum Verpacken unterschiedlichster Güter genutzt werden: Von Elektrowerkzeugen über Hochdruckreiniger oder Kompressoren bis hin zu Büromaschinen, Computern oder HiFi-Geräten.

 

Deutsche Wellpappenindustrie:

 

2008

2007

Umsatz (1.000 Euro)

4.264.136

4.100.538

Absatz (t)

4.472.592

4.528.013

Absatz (1.000 m²)

8.543.682

8.599.047

 

 

 

Gesamtzahl der Unternehmen

39

39

Gesamtzahl der Werke

112

112

Gesamtzahl der Wellpappenanlagen

113

113

Beschäftigte

18.000

17.865

Quelle: Verband der Wellpappen-Industrie e.V.

 

Wie die Welle in Pappe kommt 

Zur Herstellung von Wellpappe braucht man drei Dinge: Dampf und zwei sich drehende Riffelwalzen, die je nach gewünschter Größe der Welle mit unterschiedlich stark ausgeprägten Berg und Talbahnen versehen sind. Die Oberfläche der Riffelwalzen wird auf rund 180 Grad erhitzt, die Welle wird quasi in den Karton eingebügelt. Bei modernen Wellpappemaschinen eilen die Pappebahnen mit bis zu 15 Kilometern pro Stunde zwischen den Riffelwalzen hindurch. In einem zweiten Arbeitsschritt wird dann auf die Bergspitze der endlosen Wellenbahn der Klebstoff aufgetragen und auf beiden Seiten eine flache Kartonbahn dagegen gedrückt. Fertig ist eine sogenannte Wellpappe. Je nach geforderter Stabilität werden zwei oder sogar drei Wellpappen übereinander geklebt.

 

Aus alter Wellpappe wird neue Wellpappe

Wellpappe ist ein klassisches Recyclingprodukt; sie wird heute zu fast 80 Prozent aus Altpapier hergestellt, den Rest bilden Primärfasern aus Schwach- und Abfallholz. Ausgediente Schachteln werden eingesammelt, in Wasser aufgelöst und wieder zu neuer Pappe verarbeitet. Ein Kreislauf, der schon seit Jahrzehnten funktioniert. 

 

Millimetergenau zugeschnitten auf die Anforderung moderner Packstraßen

Kartons aus Wellpappe sind hochpräzise Produkte. Gestanzt, mehrfach gefalzt, zusammengeklebt oder geheftet und bereits gedruckt erreichen sie den Anwender. Dort werden die Schachteln aufgerichtet – und ab damit in die manuelle oder vollautomatische Packstraße. Damit beim Verpacken alles reibungslos läuft, müssen die Wellpappschachteln heute millimetergenau gearbeitet sein.

In der Industrie werden darüber hinaus oft Wellpappen- Verpackungen verwendet, die eine enorm hohe Biege- und Verwindungssteifigkeit besitzen müssen. Hinter soviel Stabilität steht eine Menge statischer Überlegungen und nicht zuletzt eine DIN-Norm, die Prüfverfahren und technische Eigenschaften festlegt, um den Packstoff Wellpappe genauestens klassifizieren zu können.